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Barrierefreiheit - nicht nur für Behinderte ein Muss

Ein häufiges Problem: Anwendungen sind nicht barrierefrei

 

Nicht selten trifft man Anwendungen und Internetseiten an, die nicht ausreichend für die Benutzung durch behinderte oder ältere Menschen gerüstet sind. Beispielsweise ist eine Bedienung durch die Tastatur nur eingeschränkt oder gar nicht möglich, weil der Designer der Benutzeroberfläche lediglich Nutzer im Auge hatte, die die Maus verwenden. Oder die farbliche Gestaltung ist nicht ausreichend kontrastreich, die benutzte Schrift ist zu klein geraten, oder, was nicht minder schlimm ist, auf dem Bildschirm blinkt und blitzt es fortwährend.

 

Selbstverständlich gibt es assistive Technologien, wie etwa Screenreader und Braille-Zeile für Blinde oder Augensteuerung für Menschen mit bestimmten körperlichen Behinderungen, die auch bei schwer zugänglichen und nutzbaren Applikationen noch eine eingeschränkte Bedienung möglich machen. Aber auch diese Hilfsmittel stoßen an ihre Grenzen, wenn die zu nutzende Anwendung nicht ausreichend auf Aspekte der Barrierefreiheit Rücksicht nimmt. Außerdem verwenden viele Behinderte keine solchen Technologien und der Personenkreis, der von einer barrierefreien Anwendung Vorteile hat, ist durchaus größer als der Kreis der Behinderten selbst.

 

Vom Nutzen der Barrierefreiheit

 

Dabei ist es absolut wünschenswert, die Bedienung des Computers barrierefrei zu gestalten, wie es auch beispielsweise der Fall für Gebäude, Außenanlagen oder öffentliche Verkehrsmittel ist. Es profitiert nämlich letztlich jeder!

 

Unmittelbar ersichtlich dürfte sein, dass die mit der Forderung nach Barrierefreiheit einer Benutzeroberfläche einhergehende Voraussetzung nach einer klar strukturierten und verständlichen Bedienerführung für jeden von Vorteil ist. Wer hat denn schließlich Lust auf eine unübersichtliche, unlogisch aufgebaute und überfrachtete Internetseite?

Zugängliche und nutzbare Anwendungen des Computers eröffnen neue Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe, erweitern die beruflichen Perspektiven und ermöglichen es, den Rechner eigenständig, eigenverantwortlich und ohne die Zuhilfenahme von Dritten zu nutzen.

 

Arbeitgeber können selbstverständlich auch von Barrierefreiheit profitieren, denn die Einsatzmöglichkeiten von behinderten Mitarbeitern werden durch entsprechend gestaltete Applikationen verbessert. Beispielsweise ermöglicht ein barrierefreies, firmeninternes Intranet-Portal es Betroffenen, an der internen Kommunikation teilzunehmen und sich so durch eigene Ideen in den Betrieb einzubringen.

Nicht vergessen darf man in diesem Zusammenhang, dass die Zahl derjeniger, die von Barrierefreiheit einen Nutzen haben, nicht selten größer ist, als die Gruppe der Behinderten selber. Beispielsweise finden es die Mitarbeiter sicherlich nicht unpraktisch, wenn die firmeninterne Seite in ausreichend großer Schrift abgefasst ist oder zumindest die Schriftgröße angepasst werden kann. Auch so manch geübter Anwender bevorzugt es aus Geschwindigkeitsgründen, dass das eigene Portal effektiv per Tastatur gesteuert werden kann.

Nicht zuletzt sind Arbeitgeber der öffentlichen Hand durch gesetzliche Vorgaben dazu angehalten, bei der Anschaffung von Software auf Barrierefreiheit zu achten, insbesondere dann, wenn öffentliche Auftritte im Internet organisiert werden sollen, wie beispielsweise der Auftritt einer Behörde im Netz, die neben Informationen auch Formulare für Anträge bereit hält.

 

Spinnt man diesen Gedanken weiter, so wird klar, dass auch privatwirtschaftliche Anbieter von einer barrierefrei gestalteten Seite profitieren können. Bedenkt man nämlich, dass Barrierefreiheit unter anderem auf die Einfachheit und Verständlichkeit einer Internetseite abzielt, so wird der Nutzen offensichtlich.

Der potentielle Kunde eines Webshops, der vielleicht schon etwas älter ist (oder nicht), möglicherweise schon etwas schlechter sieht, vielleicht sogar blind ist, oder aufgrund eines Tremors eine Maus nicht mehr nutzen kann, wird ein nicht hinreichend gestaltetes Angebot schlicht verlassen und zur Konkurrenz gewechselt! Und Hand aufs Herz: Wer würde gern bei einem Shop einkaufen, dessen Seite unübersichtlich, schwer verständlich und kompliziert zu bedienen ist?

 

Barrierefreiheit - das große Plus für Alle!

 

Sie sehen, es gibt also viele gute Gründe, beim Einsatz von Computern und des Internets auf barrierefreie Bedienerführung zu achten. Nicht nur, dass eine nicht unbedeutende Gruppe von Menschen ein Mehr an Selbstbestimmung und Eigenständigkeit erhält, es ziehen alle großen Nutzen daraus! Egal ob es ein älterer oder blinder Mensch ist, der mühelos ein Internet-Angebot nutzen möchte, oder der Betreiber eines Webshops/Informationsangebots, der will, dass sich möglichst viele Nutzer auf seinem Internetangebot wohl fühlen und gerne auf diesem ihre Zeit verbringen, sie alle werden letztendlich durch Barrierefreiheit ihren Gewinn maximieren!
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