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Recap: Hannover Messe 2016

Industriemesse zeigte Industrie 4.0 Innovationen

Die Hannover Messe ist eine der weltweit größten und bedeutendsten Industrie-Messen. Grund genug für Frau Merkel und Präsident Obama den ersten Messetag komplett für sich zu beanspruchen. Dieser hohe Besuch führte auch dazu, dass der erste Messetag eher schlecht besucht war und die meisten Standbesucher andere Aussteller waren.

Nach der Ankunft am ersten Tag, mussten wir unseren Showcase noch ein wenig kalibrieren. Hierbei handelte es sich um einen Roboterarm, der per Gestensteuerung mit einem Wearable-Device Dinge von unserer eigens konstruierten Produktionsstraße abhebt beziehungsweise darauf anbringt.

Unser Stand war im Bereich Industrial Automation, als Teil des Automation Clusters beherbergt. Deswegen konnte ich die Innovation auf diesem Gebiet am ausführlichsten beobachten.

Bosch Roboter

Der Roboter von Bosch ist ein gutes Beispiel, um sicheres Arbeiten zwischen Mensch und Maschine zu veranschaulichen. Dieser ist mit einem induktiven Feld umgeben. Sobald etwas oder jemand (z.B. ein Mensch) das Magnetfeld stört, stoppt der Roboter sofort und führt die Bewegung erst weiter aus, wenn das Hindernis entfernt wird. Auch im Gespräch mit anderen Ausstellern wurde die Problematik der sicheren Kooperation zwischen Mensch und Maschine deutlich, diese verlangt durchaus noch nach weiteren Lösungen.

 

Messehalle

 

Den zweiten und zugleich letzten Tag verbrachte ich hauptsächlich mit der Erkundung der Messe. Meine Kollegen und ich planten noch an diesem Tag abzureisen, um am Folgetag den Hackathon der Technischen Hochschule Nürnberg zu betreuen.

Siemens beanspruchte eine halbe Messehalle für sich und zeigte „klassische“ Industrie 4.0 Innovationen. Inwieweit Siemens diese tatsächlich umsetzt, ist mir aber schleierhaft. Deutlich interessanter fand ich persönlich den Stand von Microsoft. Auf diesem bot Microsoft kleineren Firmen Raum, ihre Anwendungen im Bereich Azure zu demonstrieren. Gerade der Punkt „Integration“ beeindruckte mich sehr. Microsoft Azure stellt Herstellern Templates zur Verfügung, um zum Beispiel Toleranz und Grenzwerte einzutragen und diese Kennzahlen beim Betreiben bzw. Auswerten der gewonnenen Daten intelligent zu nutzen. Es war schön zu sehen, dass der Fokus hierbei auf möglichst hoher Interoperabilität liegt.

Auf dem T-Systems Stand wurde ein Industrie 4.0 Gateway von Sun Microsystems gezeigt. Diese konnte mich von der Aufmachung her nicht überzeugen. Nach einem längeren Austausch hatte ich aber dennoch das Gefühl, dass T-Systems eine sinnvolle Vision aufweist und grundlegende Probleme verstanden hat.

Zu guter Letzt finde ich den Messeauftritt von Kuka erwähnenswert. Kuka ist praktisch der Branchenprimus in puncto Robotik. Kuka zeigte einen Roboter, der ein gesamtes Möbelstück selbstständig anfertigte: Vom Zurechtsägen der Holzplatten bis hin zur Montage der Einzelteile. Allerdings führt die harte Preisgestaltung dazu, dass sich nicht jedes Unternehmen Produkte dieser Marke leisten kann.

Mein Fazit nach zwei spannenden Messetagen ist, dass gerade im Bereich Robotik einiges an Innovation gezeigt wurde, ich mir aber etwas mehr erhofft hatte. Innovation erfolgt auch im Maschinenbau ein Stück weit über die Integration von Logik und künstlicher Intelligenz. Gerade dort mangelt es aber bei vielen inländischen Anbietern noch an grundlegendem Know-How.

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